Mythen, Macht und Monopole

29 März, 2013 - 19:34 -- noopsta
Energiewende

Das neue Buch „Kampf um Strom“ von Prof. Dr. Claudia Kemfert (Abteilungsleiterin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung) erklärt uns sehr verständlich und unterhaltsam die Energiewende. Sie zeigt auf, was hinter der Energiewende steckt, wie lange sie dauert, was sie kostet und was es kostet, wenn die Energiewende nicht kommen würde.

Dabei entlarvt sie unverblümt die wichtigsten Mythen, Lügen und Legenden zum Thema der Energiewende. Sie erklärt das EEG, und warum dieses so umgesetzt wurde, wie es nun ist. Sie zeigt die größten Herausforderungen der Energiewende auf,  z. B. der Ausbau der Netze und die Speicherung von Strom.

Ein eigenes Kapitel widmet sie in Ihrem Buch überraschenderweise der FDP. Die Partei sollte eigentlich für die Liberalisierung des Strommarktes in Deutschland stehen, stattdessen hat sie diese über Jahre hinweg verhindert. Aktuell tritt die FTP als Retter der sozial Schwachen auf – gelbe Widersprüche und Klientelpolitik als Leitlinie?

Bereits in den 80zigern wurden in der EU Richtlinien zur Liberalisierung der Energiewirtschaft in allen Mitgliedsstaaten ausgehandelt, die für mehr Wettbewerb im Energiemarkt sorgen sollte. Die Richtlinie beinhaltete die Trennung von Netzbetreiber und Stromproduzent. So wollte man verhindern, dass ein Oligopol entstehen konnte. Die Deutsche Regierung setzte sich jedoch über die Vorgaben der Richtlinie jahrelang hinweg. So konnten die großen Vier (E.ON, RWE, Vattenfall, EnBW) entstehen.

Sogar über das ausgesprochene Kartellamt-Verbot für die Fusion der Ruhrgas AG und E.ON hat man sich per Ministererlass (Werner Müller) hinweggesetzt. Drehtürpolitik, denn Herr Müller war zuvor bei der EON beschäftigt.

Neue Stromanbieter konnten so systematisch aus dem Markt verdrängt werden. Erst 2005 beugte sich Deutschland dem Druck aus Brüssel und 2006 (9 Jahre später) nahm die Bundesnetzagentur ihre Arbeit auf.

Das gesamte Hochspannungsnetz konnte so unter den Branchenriesen in vier Regelzonen aufgeteilt werden. „Diese nutzten Ihre Monopolstellung einerseits zur Abschottung des Marktes, und andererseits kümmerten sie sich nicht um die Netze.“

Im Jahr 2008 lag das Durchschnittsalter der Höchstpannungsmasten (380 kv) bei 32 Jahren und das der Hochspannungsmasten (220 KV) bei 50 Jahren. 

Das EEG wird nun in der Debatte um ein marktregulierendes Instrument als Sündenbock dargestellt, denn dieses belastet die Privathaushalte, sowie kleine und mittlere Unternehmen. 

Steinwerfer möchte aus dem Buch kurz die drei Fakten für die Energiewende zitieren:

  1. Fossile Ressourcen (Öl, Gas und Kohle) sind endlich, werden knapper und bei steigendem Energiebedarf werden die Preise steigen.
  2. Das verbrennen fossiler Ressourcen verursacht Treibhausgase
  3. Erneuerbare Energien versprechen akzeptable Lösungen für beide Probleme

Kurzum! Steinwerfers Meinung ist gefragt: 

  1. Die Energiewende muss deswegen als Investition gesehen werden und nicht als Kostenfaktor. (Sie gewährleistet eine Unabhängigkeit von immer teuerer werdenden fossilen Brennstoffen )
  2. Die Energiewende muss richtig gemanaget werden. Am Besten von Menschen die vom Thema was verstehen, und managen können und nicht unbedingt von Parteisoldaten. 

Also kurz die gesamte Angelegenheit zusammengefasst. Fossile Brennstoffe werden in Zukunft immer teuerer werden und erneuerbare Energien immer günstiger. Wann ist also der Break-Even-Point erreicht?. Also Vollgas voraus und nicht von der Lobby der großen Energieversorger durch irreführenden Behauptungen und Fehlinformationen  einschüchtern und manipulieren lassen. Schere im Kopf auch bei wissenschaftlichen Studien die im eigenen Interesse gerechnet wurden.